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Krank durch Asbest

Wundermaterial Asbest?

Asbestanzug für Stahlarbeiter in der DASA Ausstellung Dortmund © KRW, Lizenz CC-BY-SA 3.0

Die ehemals hochgelobten Eigenschaften von Asbest liegen auf der Hand: Nahezu unendliche (nach menschlichen Maßstäben) chemische Beständigkeit, hoch-feuerfest, lange, hauchdünne Fasern, die sich leicht weben und zu Textilien verarbeiten lassen und die hohe kostengünstige Verfügbarkeit haben dieses Material so beliebt gemacht. Und nicht nur das: Es war ein unglaublich profitabler Markt.

Diese – aus damaliger Sicht – großartigen Eigenschaften ließen sich über viele Jahrzehnte hinweg beobachten, messen, nachweisen. Dass Asbest die Ursache für viele Krebserkrankungen sein soll, dagegen nicht oder nur sehr schwer. Krebserkrankungen können schließlich viele Ursachen haben wie z.B. andere Umweltgifte, Rauchen, Alkohol, Kohlestaub, etc. Also tat man sich angesichts des wirtschaftlichen Erfolges von Asbestprodukten sehr schwer damit, seine Gefährlichkeit anzuerkennen.

Warum ist aber Asbest so gefährlich? Und wie gefährlich ist es für uns heute? Das erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Beachten Sie beim Lesen aber bitte, dass die folgenden Schilderungen ausschließlich pysikalische und biologische Prozesse erläutern und völlig unabhängig von einem eventuellen Risiko betrachtet werden müssen.

Fast 3000 Jahre – Eine lange Karriere

Asbest hat eine knapp 3000-jährige Geschichte hinter sich, die längste Zeit davon sogar ziemlich erfolgreich. Viele Jahrzehnte galt Asbest als Wunderstoff wegen seiner vielfältigen und durchaus nützlichen und hochgelobten Eigenschaften. Asbest ist:

  • feuerfest,
  • ein ausgezeichnetes Hitzeschild,
  • beständig gegen viele Chemikalien,
  • leicht zu verarbeiten (unter anderem zu Textilien)
  • nahezu unbegrenzt verfügbar und
  • kostengünstig.

Wussten Sie, dass…

Asbestos alt-griechisch ist und  soviel wie unvergänglich bedeutet? Das griechische Wort für Asbest ist hingegen Amiantos. Im Neu-Griechischen bedeutet Asbestos allerdings schlicht Kalkstein oder auch “gebrannter Kalk”, was geologisch etwas irreführend ist.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts kennt man bereits die tödlichen Gefahren wie Asbestose, Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Mesotheliom (Rippenfellkarzinom). Letzteres wird nahezu ausschließlich durch Asbest ausgelöst und verläuft in über 90 % der Fälle tödlich.

1943 wurde (mitten im 2. Weltkrieg) Lungenkrebs infolge Asbestexposition als Berufskrankheit anerkannt. Angesichts der “Begleitumstände” fast schon zynisch. Dennoch hat es bis 2005 gedauert, bis die Herstellung und Verwendung von Asbest in Europa verboten wurde. Quebec, Kanada, einer der weltweit größten Produzenten des Rohstoffes, hat die Förderung und den Export von Asbest erst 2012 verboten.